Agility & Trainingshalle Wegberg
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Das Miteinander der Hundehalter und das Verständnis unterschiedlicher Naturen von Mensch und Hund

 

Vor kurzem habe ich mein erstes eigenes Buch geschrieben und veröffentlicht.  Es heißt: Selbstverteidigung für Hundehalter“.

 

Dieses Buch habe ich geschrieben, weil ich die Problematik vieler Hundehalter als Hundetrainer wahr genommen und auch selbst erfahren habe. Ja, es ist immer wieder ärgerlich wenn andere Hundehalter nicht so reagieren wie ich es mir vorstelle oder glaube, der muss sich doch auch so vorbildlich verhalten wie ich.

 

Sieht der denn nicht, dass ich …. ,

und warum macht er nicht …?

 

Unverständnis auf vielen Wegen.

 

Was könnte , außer dem Inhalt des o. g. Buches sonst noch hilfreich sein, wenn man sich gerade über andere Hunde bzw. deren Hundehalter aufregt?

 

Nun, durch meine eigenen Erfahrungen als Hundehalter, als Hundetrainer und meiner langjährigen Berufserfahrung  bin ich nun soweit, dass ich anderen Hundehaltern behilflich sein möchte ihre Haltung gegenüber anderer Hunde und Hundehalter zu verbessern, zu ändern oder wenigstens zu überdenken.

 

Hier geht es um die Erkenntnis, dass alle Menschen anders sind und  Hunde aber auch. Das eigene Vermögen sich in einen Zustand des Verständnisses zu versetzen, löst sicher viele Probleme und lässt unser Zusammenleben harmonischer und rücksichtsvoller gestalten.

Und nur wenn ich wenigstens versuche mich in andere Menschen, bzw. Hundehalter einzufühlen oder zumindest darüber nachdenke, welche Sorgen oder Nöte könnte dieser Mensch haben, weshalb er so reagiert, nimmt oft schon die riesige Anspannung aus der Situation und wir können evtl. sogar wieder darüber lächeln.

 

Nein, wir müssen nicht alles tolerieren oder gut finden, aber verstehen, dass der Andere im Moment nicht anders handeln kann, aber es ist ein Anfang zur Lösung einer Eskalation.

 

Wir haben in jeden Augenblick die Wahl, ob wir aus den kleineren und größeren Missgeschicken des Lebens ein Drama machen, oder ob wir die Sache nüchtern und wertfrei betrachten und anschließend daraus lernen wollen.

 

Wer bewusst die Verantwortung für sein Handeln übernimmt, der agiert, statt zu reagieren. Er gewinnt damit ein Stück Macht – Macht über sich selbst. Das kann er, wenn er sich ganz im „Hier und Jetzt“ befindet, anstatt auf der Suche nach einem Schuldigen zu sein.

Ich bin davon überzeugt, dass ein großer Teil der Probleme zwischen Menschen und Tieren auf ihre unterschiedliche Wahrnehmung zurückgeht. Wenn Probleme auftauchen, dann suche die Lösung dafür nicht mehr in deiner Außenwelt, bei irgendwelchen Schuldigen, sondern frage dich, was hat das mit dir zu tun?

 

Den Blickwinkel ändern, eine Sache aus einer anderen Richtung betrachten zu können, eine andere Perspektive einnehmen, kann eine Stärke werden, die Großzügigkeit ins Leben bringt und damit auch den Umgang mit anderen Hundehaltern erleichtern.

 

Denn jeder Hundehalter hat seine Welt, seine Aufgaben und seine Sorgen. Wir haben in jeden Augenblick die Wahl, wie wir eine Situation sehen bzw. worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und wie wir jeweils darauf reagieren.

 

Die erlernte Hilflosigkeit beim Hund - das Ergebnis einer guten Hundeerziehung nach unseren heutigen Vorstellungen?

Wir bekommen einen Welpen, wollen nur das allerbeste für unseren Hund und auch natürlich für uns. Denn wir wollen der Welt beweisen, dass wir alles im Griff haben und das wir wissen, was wir tun. Wissen wir das wirklich?

In der Welpenschule geht´s dann direkt los mit der konditionierten Erziehung. Sitz, Platz, Fuß und Rückruf werden bis zum Erbrechen geübt. So konditioniert, dass der Hund gar nicht mehr anders kann. Besonders bei den sehr ehrgeizgen Hundebesitzern. In der Junghundeschule wird dann schon gezeigt, was der Hund schon so alles kann und manche Menschen oder andere Hundehalter bewundern dieses Ergebnis.

Anschließend wird darüber nachgedacht, wie kann  es denn jetzt weitergehen? Welcher speziellen Hundesport oder Hundeerziehung gehe ich denn jetzt weiter nach? Womit kann ich mich profilieren, was liegt mir als Hundehalter, selten wird darauf geachtet, dass es dem Hund auch gerecht wird. Hier wird der Hund dann zum Automaten oder zur Maschine degradiert. Aber alles im Sinne der besonders hochwertigen und sportlichen Ausbildung. Fast schon wie unsere Kinder, die tagein tagaus ein Managerprogramm zu absolvieren haben.

Diese Hundehalter sind belesen und gebildet, haben wirklich einen sehr großen Wissenschatz aller Theorien und kennen viele Bücher und haben bei namenhaften  Trainern gelernt. Denn nur das Beste ist gerade gut genug für ihren Hund.  Diese Hunde haben Kissen, Decken, Körbchen, Boxen, Einsteighilfen, für sie wurde ein Auto aus-  oder umgebaut. Das Liebste das Menschen so haben. Leinen und Halsbänder und sonsiges Zubehör – damit könnte man wahrscheinlich oft ein ganzes Tierheim bestücken.

Diese vorbildlichen Hunde haben eine innige, sehr innige Beziehung zum Hundehalter, dafür bekommen diese Besitzer solcher Hunde oft den Repekt ihrer Umwelt. Kommandos werden sauber, schnell und so lange ausgeführt, bis der Halter sie auflöst. Hier funktioniert fast alles.

Nur – diese Hunde sind hilflos wenn sie kein Kommando bekommen.

Wenn Frauchen einfach und normal sparzieren gehen will, wenn sie sich einfach mal mit einer anderen Person nur unterhalten will, hat sie ein Problem. Ständig läuft dieser Hund vor seinem Besitzer und hofft auf ein Kommando, eine Aufgabe die er dann gerne und schnell ausführt, damit alsbald eine neue Aufgabe folgt.

Und glaubt mir – auch das kann nerven. Wenn ich ständig vom Hund aufgefordert werde, etwas zu tun, zu befehlen, weil ich mir selbst einen Lakaien heran gezogen habe.

(aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie: Lakai (frz.: laquais – Fußsoldat) war - bis man von dieser Form des Personals abkam - der Name eines Dieners in Livree, entweder fest in einem herrschaftlichen Haushalt angestellt oder auch kurzfristig (von „besseren“ Besuchern einer fremden Stadt) als „Lohnlakai“ anzumieten. Heute ist es eine abwertende Bezeichnung für eine übertrieben unterwürfige Person, insbesondere für einen unterwürfigen Untergebenen bzw. - allgemeiner - einen Menschen, der sich willfährig für die Interessen anderer gebrauchen lässt. )

 

Das sich nicht mehr an die eigene Umwelt orientieren können, nenne ich erlernte Hilflosigkeit. Diese Hunde sind nicht mehr in der Lage durch eigene Erfahrungen zu lernen. Mal  Fehler zu machen, durch die sie lernen können. Diese Hunde nehmen die Umwelt nicht mehr wahr, können sich nur noch sehr schlecht selbst beschäftigen.

Wir nehmen ihnen die Möglichkeit durch eigene, gute und schlechte Erfahrungen zu lernen. Zu lernen was geht oder was geht nicht, zu lernen was ist erlaubt und was nicht. Durch das rechtzeitige Setzen von Grenzen, die dann aber auch durch- und umgesetzt werden müssen. Nichts anderes ist Hundeerziehung, wenn sie richtig und artgerecht gehandhabt wird. Unsere Hunde dürfen sich nicht mehr ausprobieren, alles wird vorgegeben. Und die Unbeschwertheit eines Hundes, der durch die Welt voller Freude rennt, auch wenn´s mal vor die Wand ist, geht verloren.

Weil es auch einfach sein kann!                                                           07.08.2018

Haben Wissentschaftler und Hundetrainer die besser erzogenen Hunde?

Hilft dir all das Wissen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen in deiner Beziehung zum Hund wirklich?

Investiere doch die Zeit, die du für das Lernen dieser Erkenntnisse und anhören vieler Meinungen und Methoden brauchst, lieber in deine Beziehung zum Hund.

Dann hast du Zeit zu beobachten. Zeit, Erfahrungen zu sammeln und daraus zu lernen und wirst Dein eigener Wissentschaftler.

Schritt für Schritt, Tag für Tag.

Jeder Moment ist ein wertvoller Moment, indem du ganz persönlich Stück für Stück das Leben mit deinen Hund perfektionieren kannst, nach deinen Vorstellungen, nach deiner Methode.

Und diese eine, deine Methode, brauchst du dir nicht von Menschen bestätigen zu lassen, die all das wissentschaftliche Wissen haben. Denn dessen Wissen entsteht meist unter Laborbedingungen.

Diese Laborbedingungen sind in deinem Leben mit deinem Hund nicht vorhanden.

Dein Leben ist dein eigenes Labor. Dein Umfeld, deinen privaten Rahmen in dem du mit deinem Hund lebst, in dem du beobachtest, lernst und Erkenntnisse gewinnst.

Dann – genau dann wirst du zum Profi für deinen Hund.

Und lass dir nicht von irgend jemanden einreden, das müsste anders sein.

Solange du zufrieden bist mit deinem Leben, mit deinem Hund, ist alles paletti oder wie man auch sagt, in Ordnung.

Übernimm selbst die Verantwortung, du weißt mehr als du denkst. Und dieses Wissen wird von nun an jeden Tag mehr. Denn nun lernst du ab sofort das, was dich interessiert, was du aktuell wissen musst in deiner aktuellen Situation mit deinem Hund.

Das dieses Leben einige Regeln beinhaltet, dass anderen Menschen bzw. anderen Hunde nicht unangenehme Erfahrungen im Umgang mit dir zukommen lässt, ist für jeden verantwortungsbewussten Menschen selbstverständlich.

Hab einen wunderschönen Tag, genieße ihn, knuddel deinen Vierbeiner, schau ihn an und sage ihm:  „ab heute nur noch wir Zwei als Team im täglichen Leben in der Gesellschaft“.